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| Turnierbericht
von Gilbert Kapkowski Die Kid´s EUROPEAN OPEN Championships waren ein echtes Sahnestück unter den "kleinen" E.T.F.Turnieren. Mit einer grossen Starterzahl aus 22 Clubs und 6 Nationen blieb die 1.Offene Kinder-Europameisterschaft der E.T.F. ungefähr in dem Rahmen, den man von den E.T.F.Kid´s German Open 2001 und 2002 bereits gewohnt war. So konnten die Wettkämpfe übersichtlich und organisatorisch durchweg zufriedenstellend auf 3 Flächen über die Bühne gebracht werden. Angesichts der zeitweisen Enge in der Oberthaler Bliesthalhalle, die auch über keine richtige Zuschauertribüne verfügte, war die Kapazitätsgrenze gerade erreicht worden. Ein grosses Lob gebührt dem Organisationsteam der E.T.F. und der
Ausrichtercrew der Kampfsportschule Mark Klinger,
die sehr gut zusammengearbeitet haben und insgesamt eine wirklich schöne
Meisterschaft auf die Beine stellen konnten. Die Hallendekoration,
die Technik und viele andere Details waren einer echten "EURO" angemessen.
Für viele Kinder, die wohl noch nie in einer solchen Umgebung einen
Wettkampf erlebt haben, war es sicherlich ein grosses Erlebnis. Auch der
Zeitplan
wurde nicht wesentlich überschritten. Eine gewisse Verzögerung
ergab sich bei der Auswertung der Teamergebnisse, weil dieser Part (noch)
nicht vollautomatisch erfolgt. Ansonsten gab es beim
Computereinsatz
aber keine Ausfälle. Auch hier wurde insgesamt vorbildlich gearbeitet.
Gut zu sehen war, dass das E.T.F.Turnierteam immer wieder durch
gute Kräfte bereichert wird. Die Aufgaben im Kampfgericht und in diversen
"Nebenbereichen" sind sowieso nicht immer ganz zu trennen. Viel zu tun
gab es z. B. bei den Siegerehrungen, die bei einigen anderen Turnieren
nicht unbedingt als ein Glanzstück zu sehen sind, sondern oft eher
lieblos abgehandelt werden. Dass es auch hierbei bei den E.T.F.Kid´s
Open sehr stilvoll zuging, soll am Rande mal erwähnt werden.
Die vielen Pokale wurden erst kurz vor Beginn der Meisterschaft fertiggestellt
und noch Freitagnacht mussten Schildchen und Embleme geklebt werden.
An den Kampfrichterleistungen gab es prinzipiell nichts zu bemängeln. Eine signifikante Zahl von Fehlurteilen kann sicherlich nicht festgestellt werden, wenngleich einzelne Listenfehler wieder einmal nicht zu vermeiden waren. So vergass eine Jury-Besetzung, trotz des morgendlichen Hinweises, die Karte eines Verlieres zu streichen. Genau dieser wurde dann fälschlicherweise als Gewinner in der Liste weitergeführt, während der eigentliche Sieger nicht mehr aufgerufen wurde. Für 2 solcher Fälle fand sich dann nachträglich noch eine zufriedenstellende "sportliche" Lösung; teilweise wurden dann Plätze geteilt. Jedenfalls ging keiner leer aus. Verlierer übrigens auch nicht - jeder vorzeitig Ausgeschiedene
bekam einen kleinen Turnierwimpel als Trostpreis mit nach Hause.
Im vorliegenden Fall war es so, dass es wegen absoluten Gleichstandes eine Verlängerungsrunde gegeben hatte, die ebenfalls wieder "Unentschieden" ausging und zwar ohne eine Punktwertung. Einer der Kontrahenten hatte jedoch ein oder zwei Drückerwertungen mehr auf dem Konto, was die Elektronik automatisch dazu veranlasst, dem mehr "gewerteten" Kämpfer den Sieg zuzusprechen und einen (rechnerischen) Extra-Punkt anzuzeigen. Anstatt sich dies in Ruhe erklären zu lassen, brannten dann einige
Sicherungen durch (nicht bei der Anlage, sondern beim Coach). Sicher ist
es bedauerlich, wenn ein Betreuer nacheinander einige umstrittene Finalniederlagen
erlebt, aber Vorfälle bei anderen Kämpfen sind in dieser Hinsicht
kein Argument. Und wenn jemand "eigene Wettkampftitel" oder sogar einen
"4.Dan" in die Waagschale wirft, dann ist das zur Aufklärung des Sachverhaltes
sicherlich nicht besonders hilfreich. Der Fall lag ansonsten nämlich
eindeutig und war keineswegs protestwürdig.
Zum sportlichen Teil ist allgemein zu sagen, dass es eine grosse Bandbreite gegeben hat, die bei einem offenen Kinderturnier auch zu erwarten gewesen ist. Es gab reine Anfänger, aber auch etliche Jung-"Profis" mit viel Wettkampferfahrung. Durchgehend souverän zeigten sich die Wettkämpfer aus Moldawien, die einmal mehr das absolut beste Team bei E.T.F.Meisterschaften präsentieren konnten: Mit Platz 2 beim Wettkampf und Platz 1 bei den technischen Disziplinen (Formen-Bruchtest-Selbstverteidigung) gelang dem Top-Team aus Osteuropa der nahtlose Anschluss an die Erfolge beim EURO-CUP 2002. Interessant zu sehen, dass die Moldawier inzwischen auch sehr gute Westenkämpfer herausbringen. Vergleichsweise müssten sich einige deutsche "typische" WTF-Stil-orientiere Vereine langsam eine Scheibe davon abschneiden und mal so gute Formenläufer oder Bruchtesttechniker wie die Moldawier produzieren. Einige dieser Abonnementssieger traten als 4-fach Starter an, also auch in 2 verschiedenen Sparringsdisziplinen, dem olympischen System und beim Pointsparring (Leichtkontakt). Was diese sportliche Bandbreite angeht, erscheint (man
verzeihe dem Verfasser diese Anmerkung !) das "Olympia-TKD"-Land
Deutschland inzwischen nur noch als ziemliches Entwicklungsland.
Das machen die mit links, ist zu vermuten.
Bei den technischen Wettbewerben war es nicht unbedingt leicht, ein
"Erfolgserlebnis"
zu erzielen, denn in einigen Klassen herrschte ein reger Andrang.
Zu sehen war aber auch, dass "höhere" Grade bei den Kindern, zumindestens
bei den Turnieraktiven, eher Mangelware sind. Das Schwergewicht liegt auf
ganz bestimmten Klassen und Altersstufen.
Bei Formen-Bruchtest und der neuen Selbstverteidigungskategorie gab es etliche schöne Leistungen zu sehen. Es war festzustellen, dass einige Clubs sehr intensiv in diesem Bereich trainieren und einen entsprechenden Nachwuchs herausbringen können. Gut in Szene setzen konnte sich hier der E.T.F.Verein Budo
Sport Herdorf aus Rheinland-Pfalz, der auch mit einigen bewährten
Kräften in der Jury vertreten war.
Ein E.T.F.Neumitglied, die Taekwondo Schule Chon-Ji aus Bayern, war in den technischen Wettbewerben ebenfalls überaus erfolgreich und konnte sich auf Anhieb einen Treppchenplatz sichern. Trainer Guido Blätz war vollkommen von der Rolle, dass er den bisher grössten Pokal seiner Laufbahn mit nach Hause bringen konnte, aber das sicherlich ziemlich verdient. Eine Innovation am Rande:
Dass die Stimmung in Oberthal mehr als gut gewesen ist, lässt sich kaum verheimlichen. Vielleicht sollte man zukünftig mal versuchen, dass die männlichen Helfer die Kuchentheke schmeissen und dafür die Mädels die Security abgeben. Dem gesammelten Charme dieser Turniercrew hat dann sowieso niemand mehr was entgegenzusetzen. |