Newcomer-Cup 2004
Bergneustadt -GERMANY-Mai 01-2004.......TURNIERBERICHT
Sporthalle Bursten in Bergneustadt Taekwondo-Nachwuchs In mehrfacher Hinsicht wird vielen der "Newcomer-Cup" 2004 unvergesslich bleiben. Es war zwar eins der kleineren E.T.F.Turniere, aber alles zusammengerechnet, war der Aufwand dafür vergleichsweise sehr hoch.
Die gute Nachricht: Es ist nichts Entscheidendes schiefgegangen und wenn man pünktlich um 19 Uhr mit allem fertig ist, dann kann nicht alles schlecht gewesen sein !
Im Gegenteil: In vielerlei Hinsicht war es auch ein recht schönes Turnier.
Das Experiment mit den "Grössenklassen" statt der üblichen Gewichtseinteilung hat sich ebenso bewährt wie ein paar andere Novitäten, die aber nicht alle auf Dauer Einzug bei den gängigen E.T.F.Standards halten werden. Bei diesem Turnier, definitionsgemäss eine Nachwuchsmeisterschaft, sollte ursprünglich eigentlich keine elektronische Punktanzeige eingesetzt werden, sondern versuchsweise Clicker bzw. Wertungszettel. Hintergrund war es, den "Nachwuchs"-Kampfleitern und -Punktrichtern die Arbeit etwas zu erleichtern. Allerdings wurde dieser Plan schon bei der morgendlichen Jury-Besprechung wieder verworfen und dafür die bereits installierte Funkübertragung von Treffern bevorzugt.
Dieses System war sehr erfolgreich beim Niedersachsen-Cup 2003 getestet worden und bereitete auch in Bergneustadt allgemein keine Probleme. Vielleicht bis auf die Tatsache, dass es für sehr viele Jurymitglieder völlig neu war und deswegen noch etwas ungewohnt in der Anwendung. Enormer Vorteil: Nur 2 Kampfrichter werden für´s "Punkten" benötigt.
Marcus Traut und Michael Stinner als Roadies Die E.T.F.Jury in Bergneustadt Leider, so muss man sagen, fehlten bei diesem Turnier einige der bewährten E.T.F.Jurymitglieder und insbesondere "Fremdkräfte" (aus anderen Verbänden) konnten sie nicht sehr gut ersetzen. Einen guten Job als Kampfleiter machte Abass Sohrabi aus Siegen, der aber leider zeitweise ebenso überfordert war wie die Tischbesetzungen. Von der Technik-Jury um Chief-Referee Denis Grafen mal abgesehen, die bei den Formen-Wettbewerben wirklich alles im Griff hatte.
Man hatte bisweilen mit einigen uneinsichtigen Coaches zu kämpfen, die manchmal die elementarsten Regeln von Wettkämpfen nicht kannten oder kennen wollten. Die Affäre "Mundschutz" für Zahnspangenträger ist ein Musterbeispiel dafür und wird bei zukünftigen E.T.F.Kampfrichterlehrgängen noch als Modellfall herhalten. Wenn ein Betreuer weder von international üblichen Reglements etwas versteht, noch die Ausschreibung gelesen hat - dann aber seine Kenntnisse und Erfahrungen aus einem bekannten anderen Verband gross ausbreitet (dessen Kampfrichter im übrigen beim Thema Mundschutz nicht anders verfahren würden), dann ist man mit dem Latein wirklich ziemlich am Ende.
Ebenso, wenn der gastgebende Club versucht, Kampfgerichte zu beeinflussen oder sich am Rande der Kampffläche etwas zu "gefühlsbetont" aufführt. So etwas macht nicht unbedingt den besten Eindruck, aber man ist von anderen Turnieren sicherlich Schlimmeres gewohnt.
Wie schon ausgeführt - es ist nichts schiefgegangen - vor allem aufgrund der Routine des E.T.F.Turnierteams und dem guten Einsatz einiger E.T.F.ler, die sofort bei der Stelle waren, wenn sie gebraucht wurden. Ein grosses Lob an alle Helfer.
Pointfighting Style Fachsimpeleien in der Kampfrichter-"Bude" - Guy Lagast und Denis Grafen Zum sportlichen Teil ist anzumerken, dass es insgesamt weniger Teilnehmer waren, als man erwartet hatte. Der überwiegende Teil der Wettkämpfer kam aus E.T.F.Clubs, aber da dort "Pointfighting" derzeit nicht so verbreitet ist, war z. B. in dieser Disziplin viel zu wenig los. Im Taekwondo WTF-Stil (Westenkampf) waren einige Klassen recht gut besetzt; auch das Kampfniveau war verhältnismässig zufriedenstellend. Vor allem wenn man bedenkt, dass ja genaugenommen nur in 2 Gürtelklassen gekämpft wurde, nämlich Weiss- und Gelbgurte und Grün- und Blaugurte. Bei den Herren ging es immerhin bis maximal Rotgurt.
Was beim Newcomer-Cup eigentlich nicht klappte, war die Besetzung der Double Match Klassen. Waren es z. B. beim EURO-CUP 2003 ca. 60 Teams, die für diesen Wettbewerb gemeldet hatten, so war hier die Beteiligung minimal. Man kann diese Turniere zwar überhaupt nicht miteinander vergleichen, aber insbesondere der Ausrichter extrem Taekwondo Gummersbach war ganz heiss auf diese Kategorie, stellte sogar ein gemischtes Doppel (mit einem Kämpfer aus einem anderen Team) auf und konnte mit den erzielten Placierungen dann auch noch gut für die Team-Wertung punkten.
Ziemlich uncool von anderen Clubs, es nicht in dieser Teamkategorie zu versuchen, aber in einer Taekwondo-Welt, die von den Klassen und Vorschriften von Welt-, Bundes- und Landesverbänden geprägt ist, bleibt wohl wenig Raum für kreative Phantasie.
Der Showkampf des Tages: Ein 15-jähriger Mini-Goliath, der gar nicht für den Wettbewerb gemeldet war, forderte jeden heraus
- und konnte dann schliesslich gegen einen ungefähr passenden Gegner ein ehrenvolles "Unentschieden" erzielenVergleichsweise eher dünne Konkurrenz dann auch in einigen Formenklassen, wo man z. B. im "Freestyle"-Wettbewerb leider keine Leistungsdichte beobachten konnte. Es fällt schon auf, wenn bestimmte Clubs nicht da sind. Aber auch im Formenbereich gab es einige gute Leistungen zu sehen.
Siegerehrung Formenwettkampf Na bitte - hat doch auch Spass gemacht
0 Wartezeit - Ehrenpreise gab es gleich nach dem Kampf Fachmann an der Wertungsmaschine: Denis Grafen Recht zufriedenstellend bis sehr gut verlief der Einsatz einiger E.T.F."Neulinge" im Kampfgericht. Üblicherweise wird in der E.T.F. ja die Rolle als Wettkämpfer strikt von der eines Kampfrichters getrennt. Ausnahmen bestätigen hingegen durchaus die Regel. So konnte sich Norbert Hellmich (Kerpen) nicht nur im Formenwettbewerb in seiner Klasse gut durchsetzen, sondern wirkte danach sehr engagiert in der Jury mit. Interessantes "Double Match": Tochter Bianca schaute dem Vater öfter mal über die Schulter und sammelte so erste Erfahrung, wie es abläuft im Kampfgericht. Alles halb so schlimm.
Norbert Hellmich (Kerpen) bei seinem Formenlauf Elke Bochem (Bad Berleburg) auf Platz 1
Erfolgreiche Jury:
Ralf Döpel, Yvonne Thiel (Platz 1 im Freestyle) und Norbert HellmichEr gehört zu mir ! (der Vize-Pokal)
Petra Krisch (TKD Verein Wanne)Ein besonderes Highlight ergab sich dann am frühen Nachmittag und zwar durch den improvisierten
Auftritt des neugegründeten E.T.F.Showteams.Thorsten Weidner (Budo Sport Herdorf) hatte sich seit einigen Wochen für diese Idee stark gemacht und ein paar interessierte Sportler um sich versammelt. Die Truppe, der allerdings noch ein zugkräftiger Name für das Team fehlt, zeigte in Bergneustadt ein ungefähr 10-minütiges Programm mit etlichen akrobatischen Tricks und diversen Kabinettstückchen. Natürlich klappte nicht alles reibungslos, wie bei solchen Shows üblich, aber man muss ehrlich sagen: Hut ab vor dieser Leistung.
Die 5 Jungs hatten für ihre Nummer erst ein einziges Mal geübt und gemessen daran war der Auftritt durchaus "professionell" gemacht. Der von Team-Pfiffikus sowieso. Die Choreografie war hervorragend, die Show war kein bisschen langatmig und man wird von diesem Team sicherlich noch mehr zu sehen bekommen. Vor allem vor noch grösserem Publikum.
Der letzte Salto in Bergneustadt Die E.T.F.Showtruppe Das Fazit des Turniers wurde bereits bei der Eröffnung durch den E.T.F.Manager Gilbert Kapkowski gezogen:
Es war eindeutig die beste Taekwondo-Veranstaltung in Bergneustadt !
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Team-Siegerehrung Sparring
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................................Team-Siegerehrung Formen........................................................Ein würdiger Vizemeister: Taekwon-Do Verein Wanne