E.T.F.NIKOLAUSTURNIER 2003
KLEIN aber FEIN
E.T.F.Nikolausturnier 2003
in Dortmund-Eving
Ausrichter:Double Dragon Team

"Breitensport" pur präsentierte die E.T.F. bei ihrem Nikolausturnier am 8.12. in Dortmund-Eving.

Alles war etwas improvisiert zustande gekommen und natürlich nicht mit den grossen E.T.F.Veranstaltungen zu vergleichen, aber darum ging es ja auch gar nicht.

Die nicht unbedingt schön zu nennende Veranstaltungshalle wurde mit den zahlreichen Helfern vom engagierten Ausrichter Double-Dragon Dortmund und einigen weiteren "Weihnachtsmännern" (und -Frauen) aus E.T.F.Beständen dann noch so hindekoriert, dass durchaus ein bisschen Weihnachtsstimmung aufkommen konnte. Danke an das Team um die Double Dragons Daniel Niehues und Leonid Rivilis.

Helfer und Kampfrichter erkannte man leicht an den "Nikolausmützen", die jeder hinterher als Souvenir behalten durfte. 

Das gelungene Konzept dieser Sportveranstaltung  kam bei allen Beteiligten sehr gut an. Sogar aus Luxemburg waren zahlreiche Teilnehmer angereist, um in den Disziplinen Wettkampf (ohne Kontakt), Formenlaufen und Weitsprung ihr Können zu zeigen.

Auch die übrigen Teilnehmer gingen nicht ganz leer aus, denn der Nikolaus tauchte bei dem Turnier höchstpersönlich auf und brachte allen Sportlern noch ein paar Geschenke.

Der ganzheitliche Ansatz der E.T.F., die als einzige Sportorganisation die Kampfkunst Taekwondo in ihren ganz unterschiedlichen Stilrichtungen präsentiert, kann so verkehrt nicht sein. Offensichtlich hatten die Kinder (durchweg eben keine kleinen "Leistungssportler"...) sehr grossen Spass und es war überhaupt kein Problem, "Kämpfer" aus verschiedenen Lagern zusammenzubringen.
Das 0-Kontakt-Kämpfen wirklich ganz genau zu bewerten, war natürlich noch ein Problem.

Originell: Es gab (ausser am Jury-Tisch) keine der üblichen "Kampfrichter", sondern die Kinder konnten selbst die Drückerelektronik bedienen. So ganz werden die Ergebnisse nicht immer gestimmt haben, aber das passiert den erwachsenen Experten ja bisweilen auch. Und wie man es bewertet, dass einem kleinen Kämpfer plötzlich ein gedrehter Fussfeger herausrutscht, mit dem ein typischer WTF-Stilist überhaupt nichts anfangen kann, fiel an dem Tag nicht weiter ins Gewicht. Karate-Kid lässt grüssen... 

Beim Formenlaufen lief es nicht viel anders als bei den "richtigen" E.T.F.Turnieren. Ein bisschen Stress hat man schon, wenn alle zugucken und man nicht soviel Fehler machen darf.

Sehr einfallsreich war der Technik-Weitsprung, wo die Teilnehmer in die Kategorien bis 140cm, bis 150cm und über 150cm eingeteilt waren. Die Chancen waren also ganz gut verteilt. Diese Einteilung galt übrigens für das ganze Turnier.

Eine ca. 10 Meter lange Anlaufbahn, die blinkend wie eine Landebahn auf dem Flugplatz beleuchtet war, führte zu dem Ziel, einem kleinen Sack, den man treffen musste. Als Hindernisse dienten mit Anzugjacke und Gürtel eingekleidete grosse Schlagpolster.
Klar - je mehr Gürtelfarben man übersprang und das Ziel noch traf (welches ein Könner zu Beginn gleich ganz aus der Halterung kickte...), desto länger blieb man im Wettbewerb. Für die echten Weitspringer wurde danach sogar in cm gemessen.

2 Iserlohner erwiesen sich dabei als wahre Athleten.
Aras Derbas (9), der überhaupt erst ein paar Wochen TKD-Erfahrung hatte und Pascal Zorawik (9) belegten in der Klasse bis 140 bzw. 150cm Platz 2. Beide erzielten aber auch noch Platz 1 beim Sparring. So ein bisschen wohl auch ein Verdienst für die Kindertrainerin Dorothea Kapkowski von der TSG Iserlohn, die ihren Schützlingen offensichtlich recht kurzfristig beibringt, wie man beim Training nicht nur herumspringt, sondern schnell und sicher "kämpfen" kann.

Aber auch andere Teilnehmer standen mehrfach auf der Siegertreppe und konnten mit Medaillen in verschiedenen Disziplinen nach Hause fahren: So Pirarint Jegatheeswarn vom Kampfsportverein Witten und Jasmin Dossin vom TKD Verein Wanne oder Simon Pfeiffer vom Sportstudio Liedtke.

Überhaupt kein Problem war es, dass männliche und weibliche Teilnehmer in den jeweiligen Grössenklassen gemeinsam antreten konnten. Im Gegenteil: In der Sparringklasse über 150cm belegten Mädchen die ersten drei Plätze.
Schande über das vermeintlich starke Geschlecht... 

Von den Trainern, die teilweise zum ersten Mal an einer E.T.F.Veranstaltung teilnahmen, kam insgesamt sehr positive Resonanz. Die Anregung, weniger ans "Kämpfen", sondern mehr an echte Breitensportarten wie Turnen oder Leichtathletik angelehnte Disziplinen aus dem TKD in die Vereine zu tragen, ist hoffentlich gut rübergekommen.

Das Konzept des Nikolausturniers kann nämlich recht problemlos auch in den Vereinen selbst umgesetzt werden und bietet einige Vorteile gegenüber der rein einseitigen Orientierung nur an Wettkampf oder nur an Poomselaufen, egal ob für die Gürtelprüfung oder leistungsoriertiert. Gerade Kinder wollen und sollen sich erstmal "bewegen". 
Die natürliche Vielfalt des Taekwondo wird aber in vielen Vereinen und in den bekannten "Fachverbänden" nicht unbedingt gefördert, sondern aus verschiedenen Gründen wohl leider immer mehr ad acta gelegt. 

Was sich in Dortmund auch gezeigt hat:
Es müssen nicht immer bombastische Riesenturniere sein, wo die Kinder "kleine Erwachsene" spielen müssen und die Wettkämpfe genauso bierernst sind wie die verkniffenen Gesichter der Trainer, die unbedingt mit Siegen ihrer "Kämpfer" nach Hause kommen müssen.

Beim Nikolausturnier hat man keine Tränen gesehen; Enttäuschung gab es wohl hier und da über mangelnde Leistung, aber so ein bisschen "Vergleich" mit anderen kann bestimmt nicht schaden.


Fazit:
Nicht nur auf der Ebene der Kinder, die für Taekwondo inzwischen zu einer bedeutenden Klientel geworden sind, kann man wohl sagen:
Die Vereine, die mit ihren Sportlern immer nur unter sich bleiben und "Grundschule" oder Formenlaufen ohne jeden Vergleich mit anderen als höchstes Gut betrachten, sehen den Sport sicherlich genauso falsch wie manche der typischen "Leistungstrainer", die ausschliesslich von einem Wettkampf zum anderen reisen und  ihre Schützlinge nur missbrauchen, um in ihrem Verband oder in der Lokalpresse zu Hause selbst den Superstar spielen zu können. 

Die E.T.F. bietet auch hier "neue Wege" an, die man beschreiten kann oder auch nicht. Wer sich darüber keine Gedanken macht, der findet in "seinem" Verband oder Verein wohl alles überaus perfekt und kann auf die nächste Olympiade oder Weltmeisterschaft hinarbeiten.



 
 


Die Weihnachtskampfrichter aus Iserlohn


Dorothea Kapkowski coacht
ihre Schülerin Yasemin Kahraman 


Sieger in der Klasse -140cm 


Sieger in der Klasse -150cm


Ein Wiedersehen mit Rahsan und Deniz Demirtas, die nach München "ausgewandert" sind...

Die Ergebnisse:

Kinder bis 140cm Grösse

Sparring
Form
Weitsprung
1.Aras Derbas
TSG Iserlohn
1.P.Jegatheeswarn
KSV Witten
1.Denis Coruk
D. Dragon Dortmund
2.Jasmin Dossin
TKD Verein Wanne
2.Jasmin Dossin
TKD Verein Wanne
2.Aras Derbas
TSG Iserlohn
3.P.Jegatheeswarn KSV Witten 3.Y.Kahraman
TSG Iserlohn
3.P.Jegatheeswarn KSV Witten

Kinder bis 150cm Grösse

Sparring Form Weitsprung
1.Pascal Zorawik
TSG Iserlohn
1.A.Indrakamar
KSV Witten
1.David Menberg
D. Dragon Dortmund
2.Isabelle Micucci
LTU Luxemburg
2.Marcel Pawela
TKD Verein Wanne
2.Pascal Zorawik
TSG Iserlohn
Simon Pfeiffer
Sportstudio Liedtke
3.Simon Pfeiffer
Sportstudio Liedtke
3.Stefanie Gülden
TKD Bedburg
3.Calum Crowther
LTU Luxemburg

Kinder über 150cm Grösse

Sparring Form Weitsprung
1.A.M.Hellfeuer
TKD Bedburg
1.A.M.Hellfeuer
TKD Bedburg
1.J.Tischenkow
Sportstudio Liedtke
2.Deborah Tousci
LTU Luxemburg
2.Marcel Arzen
TKD Bedburg
2.Bruno Alves
LTU Luxemburg
3.S.Zimmermann
TKD Bedburg
3.B.Indrakumar
KSV Witten
3.Alexander Bur
Sportstudio Liedtke

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