"SüdWestdeutsche Meisterschaften" der ETF am 27.Oktober 2007 in Kirchberg (Rheinland-Pfalz) 

    Turnierbericht

    Ursprünglich war "nur" ein (kleineres) regionales Turnier auf Technik-Ebene geplant - heraus kam dann eine sehenswerte Südwest-Meisterschaft der ETF in Kirchberg (Rheinland-Pfalz) mit durchaus hochklassiger Beteiligung aus
    5 Bundesländern. Eine weite Anreise hatten Teams aus Bayern und aus Niedersachsen.
    Und noch zwei weitere Highlights: Die gelungene Deutschland-Premiere des Sparringswettbewerbs 
    und die Verleihung der Gladiator-Awards 2007. 

    Der "Martial-Arts-Oscar" der ETF passte in diese Veranstaltung tatsächlich besser als in die Hektik der Abendveranstaltung bei der WM 2007 einen Monat vorher.

    Der Ausrichter, das Taekwondo-Team Ying Sheng
    (TuS Kirchberg 1909) um den "Spielertrainer"
    Dennis Sigmund, entpuppte sich als gekonnter
    Organisator dieses Turniers.


    Die "Gladiators" 2007 der ETF - Klick auf das Bild 

    Auf so ziemlich allen Ebenen verlief diese Sportveranstaltung sehr stilvoll und die allgemein gute Stimmung tat das Übrige dazu. 
    Die Bedenken im Vorfeld, dass der noch ganz junge Verein im Hunsrück mit einer grösseren Wettkampfveranstaltung vielleicht etwas überfordert sein könnte, löste sich bereits bei den Vorbereitungen am Freitagabend in Luft auf.
     

    Die Sporthalle in Kirchberg wurde technisch und optisch vorbereitet wie zu einem der ganz grossen ETF-Events, allerdings nur mit insgesamt 2 Aktionsflächen. Sehr (positiv) aufgefallen und deswegen hier im Bild festgehalten = die "Turnierbrötchen Note 1" des Ausrichters in Kirchberg. Persönliche Randbemerkung zur Kampfrichterverpflegung = "Das Auge isst mit..."
     

    Organisatorisch lief eigentlich alles wie am Schnürchen, denn es war natürlich nicht der Riesenaufwand zu treiben, den wir zuletzt bei der ETF-WM 2007 in Hollenstedt erlebt hatten - mit Nachtschichten der Helfer bis 5 Uhr morgens.

    Es blieb dann "Freitagnachts" noch etwas Zeit für ein paar kommunikative Erlebnisse am Rande. 
    Einige Sportler nächtigten in einem Privathaus, wo noch diverse Flaschen geleert wurden - das Übliche halt = ausser Bier keine warmen Getränke. Bevor es dann samstagmorgens auf der sportlichen Ebene weiterging.
     

    Das ETF-Ambiente in der Sporthalle und die Schar der teils weitgereisten Gäste gefielen dem offiziellen Vertreter der Stadt Kirchberg, der mit einer Begrüssungsansprache das Turnier eröffnete. 
    Bürgermeister Rosenbaum bekam als erster den "Rheinland-Pfalz-Cup-Turnierwimpel" überreicht
    und Ausrichter Dennis Sigmund erhielt dazu die offizielle Turnierurkunde der ETF.
     

    "The Transporter" Teil 2 Dirk Janzik (ETF-Jurymitglied und "Tournament Assistant") übte sich weiter bei den morgendlichen Ehrungen der ETF: Die Urkunde für die ETF-Kampfrichterlizenz B wurde an Bernhard Wilzek (Dinslaken) übergeben.
    Insgesamt war ein kleines, aber feines Schiedsrichterteam von 14 Offiziellen vor und hinter den Tischen anwesend.
     

    Insbesondere über die Feinheiten des Wettbewerbs "Speed Sparring" wurde vor Beginn der Wettkämpfe ausführlich mit den anwesenden Coaches gesprochen. Der Erfinder des Systems, ETF-Manager Gilbert Kapkowski, leitete später eine ganze Reihe der Kämpfe auf der Speed Sparring-"Fechtbahn", um andere Kampfleiter auf den Ablauf der Kämpfe vorzubereiten.
     

    Unklarheiten gab es interessanterweise später nur bei der Technik-Disziplin "Bruchtest". 
    Offensichtlich hätte man auch hierbei schon morgens über einiges sprechen müssen. 

    Patrizio Milia nahm beim Powerbruchtest einen Rekordversuch in Angriff, der in wichtigen Teilen jedoch nicht "regelgerecht" gewesen ist 
    - angefangen von den "Zwischenhaltern" - nämlich Hustenbonbons.

    Immerhin eine sehr originelle Idee, aber  ein neuer "Weltrekord" kam in Kirchberg leider nicht zustande.


     

    Die Sparringskämpfe liefen parallel zu den Technik- Wettbewerben auf einer separaten Mattenbahn, die erstmals nicht quadratisch angeordnet worden war.

    Speed Sparring ist ein lupenreiner "Punkt-Stop- Kampf", der von der Dramaturgie und vom Ablauf tatsächlich an klassisches Fechten erinnert, weshalb es auch als 
    "Martial Arts Fencing" bezeichnet wird. 

    Teilnehmer und Zuschauer beim Rheinland-Pfalz-Cup haben gewissermassen nicht nur ein Novum in Deutschland, sondern
    eine echte "Weltpremiere" erlebt, denn das Speed Sparring-Turnier war der erste offizielle Wettkampf in dieser Stilart nach einigen Probeläufen bei Lehrgängen und Meetings der ETF. Die Teilnehmerzahl in Kirchberg war allerdings noch nicht allzu hoch, aber das war für den Zeitplan auch so kalkuliert.
     

    ist eine echte Alternative zu den bislang bekannten Wettkampfsystemen, denn einerseits ist der übliche "Pointfighting"-Kampf = Punktstopp bei Taekwondo oder Kickboxen-Semikontakt problemlos adaptierbar. 

    Andererseits kann man die entsprechende Speed Sparring-Variante grundsätzlich auch mit den Regeln und der Ausrüstung des Taekwondo-Stils durchführen. Die Punktfeststellung ist schneller und einfacher zu handhaben als bei den herkömmlichen Systemen. Eine elektronische Anzeigetafel, wie bei der ETF üblich, erleichtert die Sache - unbedingt notwendig ist sie nicht bei jedem Turnier. Der Aufwand an Material und übrigens auch an Schiedsrichtern ist geringer. 

    Sicherlich ist auch beim "Speed" dieser oder jener Treffer auslegungsfähig und anders interpretierbar, aber da 2 Kampfrichter immer von der entgegengesetzten Seite ziemlich genau beobachten, sind die Fehlerquellen aufgrund "falscher" Blickwinkel deutlich minimiert. Manche Betreuer und die Fans der Kämpfer sehen Punkte oft noch viel genauer. Experten von aussen, die alles besser bewerten können als eine Jury, welche näher dran ist am Geschehen, kann keine Wettkampfregel so richtig abdecken.
     

    Weil der Begriff "Speed" auch beinhaltet, dass auf der Bahn nicht lange herumtaktiert werden kann und die Kämpfe allgemein schneller sind und kürzer dauern, wird die Sache für alle Beteiligten, inclusive Zuschauer in Zukunft bestimmt noch interessanter werden. Die ETF plant bei zukünftigen Sparringsturnieren Speed Sparring immer wieder zu integrieren, wodurch für viele Kämpfer eine "Doppelstartmöglichkeit" geschaffen wird - sowohl im herkömmlichen Sparring und im Speed Sparring.

    Speziell für Anfänger ist diese Art des Stop-Kampfes sicherlich sehr gut geeignet, aber auf Dauer könnten sich auch hochklassige Spezialisten allein für das "Fuss-Faust-Fechten" herausentwickeln. Technik, Schnelligkeit zählt hier eindeutig mehr als Kondition oder gar andauerndes und langweiliges Herumtaktieren, Sperren oder Ausweichen. 
    Man kann viel weniger "weglaufen" als auf einer herkömmlichen "riesigen" Kampffläche und ein Punktrückstand kann sich sehr schnell ins Gegenteil verkehren oder umgekehrt.
     

    Der zahlenmässig "bedeutendere" Teil des ersten ETF-Rheinland-Pfalz-Cups bestand aus den Technik-Wettbewerben.
    In einigen Klassen war die Beteiligung sehr gross, üblicherweise bei den traditionellen Formen, im Team-Kampf Formen und Synchronlauf, aber auch bei der Kategorie Selbstverteidigung.

    Bemerkenswert: Beim Powerbruchtest waren sogar mehr Teilnehmer am Start als bei der WM 2007 in Hollenstedt, bei der die Beteiligung in dieser Disziplin recht gross gewesen ist. Qualität kam in die Veranstaltung, weil etliche WM- und EM-Titelträger der ETF in Kirchberg am Start waren. Interessante Auseinandersetzungen und Entscheidungen also in vielen einzelnen Klassen.
     

    Die Teamwertung wurde diesmal zusammengelegt, d. h. alle Wettbewerbe zusammengenommen und nicht nach "Sparring" und "Technik" getrennt.

    In der Gesamtwertung siegte der Fight Club Milia vor dem Team Wittgenstein (beide NRW), dahinter die Kampfgemeinschaft der Black Panther / Supersonics aus Rheinland-Pfalz. Der Erstplacierte war allein schon zahlenmässig ziemlich überlegen und hatte zudem ein paar überraschende Joker im Ärmel, wie z. B. das Siegerteam in der "Realistischen Selbstverteidigung". 

    Bemerkenswert bei diesem Turnier die Verteilung der Team-"Trostplätze" 4, 5 und 6.
    SV Bliedersdorf (Niedersachsen) machte die weite Reise mit einer nur ganz kleinen Mannschaft, die sich aber mal wieder enorm in Szene setzte und mit Platz 4 einen insgesamt tollen Auswärtserfolg verbuchen konnte. 

    Besonders Abonnementssieger Simon Laß räumte in allen möglichen Klassen etliche Einzeltitel ab,  u. a. nicht nur in seiner Spezialdisziplin "Freestyle", sondern souverän auch im Speed Sparring und in weiteren Kategorien.
     

    Im Synchronlauf hängten die Brüder Simon und Rene Laß erstmals sogar die WKA und ETF-Weltmeister
    von den Blue Sharks aus Wiesbaden ab und das mit erst 16 und 12 Jahren. 
     

    Beim erstmals ausgetragenen "Grand Champion"-Finale
    = alle Klassensieger männlich und weiblich gegeneinander
    ging die Entscheidung klar an World Champion
    Ioannis Lerakis von den Blue Sharks, der allen anderen
    anwesenden Formenspezialisten die Grenzen aufzeigte.

    Als Grand Champion bei den Damen war Bianca Aubart (Team Wittgenstein - TuS Erndtebrück) eindeutige Tagessiegerin.
    Sie war übrigens auch beim Powerbruchtest nicht zu schlagen.
     

    Mit einem fast reinen "Nachwuchsteam" auf Platz 5 der Teamwertung durchaus sehr erfolgreich, konnte auch der Ausrichter
    TKD Team Ying Sheng Kirchberg auf der sportlichen Ebene glänzen. 
    So ein "Heimspiel" stellt für den Trainer ja immer eine Doppel- bis Dreifachbelastung dar; auf eigenem Platz liessen die Ying Shengs diesmal sogar die befreundeten Dauersieger Blue Sharks ergebnismässig hinter sich.

    Man kann dem ausrichtenden Verein für seine Gesamtleistung anlässlich dieser Preminere im Hunsrück gratulieren - auf diese Art werden mögliche weitere Turniere in Kirchberg sicherlich immer wieder Spass machen.

    Wenn man bedenkt, dass wir mit dem "Rheinland-Pfalz-Cup" um 19.00 Uhr abends fertig waren
    (Aufräumen nicht mit eingerechnet), dann hielt sich der Turnierstress einigermassen in Grenzen.

    Die vorgesehene "After-Party" nach Abschluss der Wettkämpfe klappte dann zwar nicht so ganz, wie man sich das vielleicht erhofft hatte, aber das ist ein typisches Problem bei allen Turnieren - abends ist die Luft einfach raus und fast alle haben nur noch den Gedanken "going home". 

    Das letzte ETF-Turnier des Sportjahres 2007 hat Spass gemacht - Danke dafür - an alle, die mitgewirkt haben. 
    Nachfolgend noch eine Auswahl von "Siegerfotos" der Besten des Tages.
     

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