Auf den Tag genau ein
Jahr und 2 Monate musste man warten...dann gab´s nach der sehr
erfolgreichen Breitensport-Premiere in Erndtebrück die vielleicht
noch bessere Zweitauflage eines tollen ETF-Lehrganges, der allgemein begeistern
konnte.
Am 17.Mai 2008 ging es in
der "Pulverwald-Halle" im Wittgensteiner Land von 10 Uhr morgens
bis ca. 18.00 Uhr hoch her...mehr als 100 Teilnehmer aus etlichen ETF-Clubs
und aus (fast) allen Ecken des Landes stürmten das Trainingsdomizil
von Ausrichter TuS Erndtebrück.
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Die Teilnehmer (und einige
Referenten) kamen teilweise weit aus dem hohen Norden und aus
dem tiefsten Süden in die relative Mitte Deutschland angereist
- mal wieder die übliche Feststellung und Frage - wo waren etliche
Clubs aus der Nachbarschaft in NRW an diesem Tag ?
Die haben nämlich einen
tollen und spannenden Trainingstag verpasst !
Die Trainerin des Gastgebers,
Bianca
Aubart, 4.Dan und ihr Helferteam hatten, wie schon im Vorjahr,
alles sehr professionell vorbereitet - einige technische Hilfsmittel steuerte
das Eventbüro der ETF bei und insgesamt ging es sehr reibungslos und
mit wirklich viel Spass über die Bühne.
Inclusive des Zeitplans,
der nahezu perfekt eingehalten wurde. Dieser Lehrgang kann als Masstab
für weitere (und hoffentlich gut besuchte) Breitensportlehrgänge
der ETF gelten. |
Das Tagesprogramm des Referententeams
konnte sich tatsächlich sehen lassen: Als Warm-up ein TaeBo-Einheizer-Kurs
von und mit Sportstudio-Profi Bianca Aubart,
WingTschun
"Basics" (Selbstverteidigung) mit Dennis Sigmund,
Capoeira
mit
Sascha
Schöler, ein Poomsae-Kurs mit ETF-Lehrbuchautorin
Dorothea
Kapkowski, ein Hyong-Kurs mit Technik-Chief Referee Denis
Grafen,
Boxen und Kickboxen mit Juan
Herguiuela,
Selbstverteidigung und Stockabwehr
mit Marcus Traut und X-treme Martial
Arts = Akrobatik & Freestyle
Mit im Getümmel beim
einzigen halbwegs echten "Taekwondo"-Kurs auch ETF-Best Ager Gilbert
Kapkowski, der ansonsten wieder überall und immerwie durch
die Hallen schwirrte, um diesen Bericht hier anfertigen zu können.
Organisatorisch lief alles
wie am Schnürchen - während des allerersten "mach-mich-fertig"-Kurses
wurden zeitgleich bereits die ganzen Sportpässe bearbeitet. Mit ein
paar Tricks gab es später auch keine langweiligen Strecken beim Verteilen
von Lehrgangsurkunden...insgesamt wohl alles optimopti mit Hilfe
einer einfachen, aber funktionalen Büro-Ecke in der Sporthalle.
Die Ausrichterin überraschte
das Referententeam bei der morgendlichen Begrüssung mit einem speziell
angefertigten Ehrenteller und Urkunden
- soviel Aufwand im Detail ist sogar bei den bisherigen grossen Sommerlehrgängen
kaum an der Tagesordnung gewesen.
| Die Bandbreite der teilnehmenden
Sportler ging alters- gürtel- und leistungsmässig über
das ganze Spektrum - bei einem "Breitensportlehrgang" ist das bewusst einkalkuliert
und gewollt so.
Die Referenten konnten allgemein
nicht über diverse "basics" hinausgehen - verständlich bei dem
vorhandenen Leistungsgefälle, der dahinrasenden Zeit, die wie im Fluge
verging und einem gewissen "Spassfaktor", den man nicht vergessen
wollte.
Anders als bei rein internen
"Vereinslehrgängen" spielt aber noch der kommunikative Effekt
eine grosse Rolle.
Trainer und Clubs, die immer
nur mit sich selbst in der heimischen Sporthalle am besten klarkommen,
riskieren in ihrer vertrauten Umgebung natürlich nichts. Sie verpassen
aber so einiges, denn bei solchen Breitensport-Events sieht und erlebt
man ausschnittsweise nicht nur die Leistungen anderer Trainer, sondern
auch die "gleichrangiger" Schüler.
Trainieren kann man auch
zu Hause - ein bisschen mehr erleben aber nur bei solchen Gelegenheiten. |
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Der Taekwondo-"Pratzentrainings"-Kurs
von und mit Gilbert Kapkowski erstreckte
sich von einfachen Partner-Techniken über Leistungskicken,
Aufstehen und Hinsetzen mit einem Brikett mehr drauf bis hin zu
einem entspannenden "Cool-Down" mit dem Gewicht des gesamten Planeten
im Rücken. Wer das alles nicht versteht, muss beim nächsten Mal
einfach mal mittrainieren. Die Zaungäste auf der Tribüne bekamen
zwischendurch einen "Ansch..ss.", weil sie vielleicht etwas zu gemütlich
zugeschaut haben. Ey - Runterkommen und selber schwitzen.
Für einige Trainer
war es vermutlich die erste Gelegenheit seit langem, dass sie selbst mal
ordentlich herumtoben durften.
Der Nachwuchs bekam kompetente
Hilfestellung durch erfahrene Lehrkräfte.
Ex-WTF-Weltmeisterin
Dorothea
Kapkowski assistierte beim Vormachen und Korrigieren.
So ganz einfach war das
ja nicht immer mit dem Trainingsgerät. |
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Bei der Box- und Kickbox-Fraktion
wurde ebenfalls eifrig trainiert. Vermutlich kamen die nur gegen den "Lärmpegel"
der Taekwondo-Abteilung nicht ganz an, aber das war kaum zu verhindern.
Das galt vermutlich auch für die "WingTschun" Basics, die Dennis
Sigmund im hinteren Teil der Sporthalle vorstellte.
Alles konnte der Berichterstatter
nicht perfekt protokollieren. Vom Capoeira-Kurs, der morgens zeitgleich
in der Judo-Halle oben lief, hat er nämlich rein gar nichts mitgekriegt,
aber los war wirklich überall was.
Nach einigen aufreibenden
Trainingseinheiten war dann erstmal Pause oder Relaxen angesagt. Die
Mittagspause kam überraschend schnell, das war aber auch gut so, denn
das Beste kommt vielleicht erst zum Schluss und dafür musste man sich
die Kräfte etwas einteilen.
Volker Dreisbach und
Andreas
Koch (TuS Schwarzenau) bei der Wittgensteiner Partnermassage und im
Bild daneben steppt Björn Josy, Trainer aus Rheinland-Pfalz
mit Antonio Mazzotta, einem Mitglied seiner Sportschule, um die
Wette durch die Pulverwaldhalle.
Oder waren das alles Spezialtechniken,
die der Reporter noch nicht kennt ?
"Family
Business" beim Breitensportlehrgang: Links im Bild Dr.Mohammad
Asefi (Ying Sheng Kirchberg) mit seiner Tochter bei einer Brotzeit
und rechts Manfred Laß und Dr.Juan Herguijuela, die
beide mit vielen Familienmitgliedern nach Erndtebrück angereist waren.
Die Kaffeepause vom "Aussichtsturm"
mit Panoramablick in die Halle oder das kleine Mittagsgedeck direkt
in der Vereinslounge des TuS Erndtebrück - alles, bloss kein Stress
und zuviele Interviews mit dem nervigen Fotografen schon gar nicht.
Da schaust - so ein
schönes "Vereinsmaskottchen" haben wir selten gesehen.
Der Drache und der Tiger vom Taekwondo-Team
Ying Sheng hatten sich ein gemütliches Plätzchen in der
Halle reserviert und beobachteten das Geschehen ganz genau. Die beiden
bilden ja auch ein Team auf dem originellen Vereinslogo
des Clubs aus dem Hunsrück. Rechts im Bild Referentin Dorothea
Kapkowski (früher mal Vereinsmaskottchen bei der TSG Iserlohn)
im Gespräch mit Norbert Bernhardt, 3.Dan von Chung Do Kwan
Oberelsungen (Hessen), der ein sehr fleissiger Besucher diverser ETF-Lehrgänge
ist. |
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(Fast) alle, die brav waren,
bekamen was geschenkt - hier eine der jüngeren Teilnehmerinnen, die
nebenbei einen kleinen Wimpel abstauben konnte.
Tja - und wer hier seinen
Fuß beim Lehrgang in die Kamera hält, wird nicht veröffentlicht.
Medizinisch korrekt gepflastert. Der gebrochene Zeh stammt vom Training
zu Hause, beim Lehrgang in Erndtebrück ist gar nichts passiert.
Kann ja mal vorkommen beim
Sport, aber der Reporter fand ansonsten die "Trainingseinstellung" vorbildlich.Da
könnten sich andere eine Scheibe von abschneiden.
Mittags- und Kaffeepausen dauerten
nicht ewig. Im Anschluss ging es mit den Kursen weiter. Beim Formentraining
gab es so manche Erläuterung von den Technik-Experten Denis
Grafen und Dorothea Kapkowski,
denn es standen immerhin gleich 2 Formenschulen = Hyong und Poomsae
parallel auf dem Programm. Der "Wittgensteiner Nationaltrainer" Marcus
Traut hängte sich mit einem SV-Kurs und diversen Abwehrmöglichkeiten
gegen Stockschläge rein.
Einige "Heimtrainer" waren immer
besonders fotofreundlich mitten drin im Geschehen. Naturgemäss mussten
die ab und zu selbst mal zu Boden oder bekamen eins übergewürgt.
Ganz schön motiviert an diesem Tag Alvero
Pulisci und Ali Yilmaz von
den Black Panthern (Neunkirchen)
| Grenzgebiete zum herkömmlichen
"Kampfsport" erschloss man sich bei den x-treme martial arts-Trainingseinheiten.
Hier geht es irgendwie auch
um´s "Kämpfen", aber mehr um das mit dem eigenen Gleichgewicht
und der Tatsache, dass jeder Körper nicht immer gleich das leisten
kann, was sein Eigentümer grad will.
Der Akrobatik-Kurs in
der kleinen Judo-Halle oberhalb der Haupthalle in Erndtebrück
war schon 2007 ein Renner für viele Teilnehmer, obwohl man bei sehr
vielen "Anfängern" in 2 Stunden kaum bis auf die Ebene 720 Grad-Sprung
oder Salto rückwärts kommen kann.
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Was
noch nachzutragen wäre...
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Wie auch schon 2007, gab
es beim Breitensportlehrgang die Möglichkeit, eine offizielle
ETF-Kup-Prüfung zu absolvieren.
In diesem Jahr waren es
14
erfolgreiche Teilnehmer, die sich zum Abschluss des Lehrganges über
einen neuen Gürtelgrad freuen konnten.
Die Prüfer, Denis
Grafen, 5.Dan und
Dorothea
Kapkowski, 6.Dan fanden neben aller Hektik bei ihren Lehrgangskursen
ausreichend Zeit, um den Leistungsstand der Teilnehmer entsprechend zu
beurteilen.
Auf einen Bruchtest wurde
im Einzelfall wohl verzichtet; ansonsten war es grösstenteils eine
ganz reguläre Prüfung, die vielleicht sogar etwas stressfreier
war als eine "normale" Prüfung zu Hause.
Wir ahnen aber leider auch,
warum viele Trainer-Prüfer an solchen Prüfungen für "ihre"
Schüler nicht unbedingt interessiert sind. Das wäre dann aber
ein "politischer" Kommentar und mit der angeblichen "Politik" ist so mancher
(Ex-)Prüfer nicht immer einverstanden. |
Recht kurzweilig und mit
weniger als einer Stunde verlief das in den Breitensportlehrgang integrierte
Coachlizenz-Seminar.
Von den vielen Coachseminaren,
die es innerhalb der ETF schon gegeben hat, war das wahrscheinlich eins
der lustigsten, aber Referent Gilbert Kapkowski,
verdeutlichte auch mal wieder, warum einiges "Hintergrundwissen" nicht
nur als Qualifikationsvoraussetzung für einen Dan-Grad überaus
wichtig ist.
Das Seminar zum Schluss des
Breitensportlehrgangs in Erndtebrück wurde immerhin von 20 Teilnehmern
frequentiert.
Dabei auch einige potentielle
Betreuer, die gar keine aktiven TKD-Sportler sind, sondern als Eltern in
den jeweiligen Vereinen unterstützende Tätigkeiten wahrnehmen.
Wichtig - denn viele TKD-Trainer
sind irgendwie masslos überfordert, vor allem diejenigen, die permanent
den professionellen Kinder- und Jugendbetreuer leisten müssen, aber
beileibe wohl nicht so gut bezahlt werden, wie Tanzlehrer, Schwimmkursanbieter
oder Musiktherapeuten. |
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RANDBEMERKUNG und STATEMENT
Auf der Liste der offiziell
registrierten
Betreuer der ETF sind zwischenzeitlich einige Namen nachgetragen
worden, aber einige Streichungen gab es dort auch bereits. Manche "Coaches"
sind augenscheinlich an nichts weiter interessiert, als an der Betreuung
(bzw. egoistischen Bevorzugung !?) ihres eigenen Hofstaats. Da reicht manchmal
ein kritischer Blick auf die Homepage eines Vereins oder einer Sportschule,
um die wahren Motive herauszufinden.
Die werden eine Weile geschickt
verborgen, um schlussendlich doch immer nur die eigene Clique und sich
selbst als ganz grosse "Meister" zu feiern.
Der "Verband" spielt bei
sowas eher eine untergeordnete Rolle und ist eigentlich beliebig auswechselbar.
Mit den falschen und unaufrichtigen Trainern, Prüfern, Meistern, Dan-Inhabern
ist dieser Sport traditionell ziemlich gestraft. Schade immer nur, dass
die Böswilligen sich nach innen und aussen oft als die überaus
"Guten" darzustellen wissen. "Kaputtnicks"
gibt es leider viel zu viele und was lernen die eigentlich wirklich dazu
?
KRITIK
Was man übergreifend
lernen kann - ein Sportverband, der einen solchen "Breitensportlehrgang"
organisiert, macht selbst mit so einer Aktion offensichtlich nicht immer
für alle das Beste und alles perfekt richtig.
Sprechen
wir mal Tacheles - wo gibt es sowas für eine "vereins- und familienfreundliche"
Teilnehmergebühr (bei rechtzeitiger Anmeldung) von EUR 10 ?
Bei immerhin 8-9 hochrangigen
Fachreferenten, die allerdings nicht extra aus Korea eingeflogen werden
mussten oder überhaupt erstmal nur für viel Geld als Trainer
die Ehre ihres Erscheinens geben...
2008 probiert die ETF solche
offenen "Breitensportaktionen" in 4 unterschiedlichen
Regionen in Deutschland - von NRW-Niedersachsen-Bayern und Thüringen.
Rennen uns Mitglieder wie
Nichtmitglieder dabei die Bude ein ?
Nicht wirklich, wenn man
sich ansieht, wie es in diesem Sport und mit seinen grossen Meistern tatsächlich
immer wieder läuft. |