ETF-Breitensportlehrgang 28.Juni 2008 in Ronnenberg-Weetzen Niedersachsen

    "Full House in Weetzen" - Das war der ETF-Breitensportlehrgang 2008 in Niedersachsen 

    Wie war´s in Weetzen 2008 ???
    Lassen wir einfach mal einen Teilnehmer (und Trainer) sprechen, der einen Tag nach dem Event folgende "positive" Anmerkungen per e-mail geschickt hatte:

    ZITAT
    ...eine Anmerkung zu dem gestrigen Breitensportlehrgang, ich bin zum erstenmal auf einem ETF Lehrgang gewesen und bin auf Anhieb schwer begeistert. 
    Die ganze Atmosphäre ist super gewesen und ich habe eine Menge nützliche eindrücke gesammelt, vor allem finde ich die Arbeit mit den Kindern mega schön die sind voll auf ihre kosten gekommen und wir natürlich auch. Ich habe mich sehr wohl gefühlt, es war wie eine große Familien Veranstaltung das hat die ETF den anderen Verbänden weit vor, und das finde ich super--weiter so---... 
    ZITAT ENDE

    Organisatoren und Trainer des Breitensport-Lehrganges sind auch noch von anderen (Zuschauern) "gelobt" worden - deswegen vorab ein paar Anmerkungen zum Thema ...Hätte...könnte...würde...

    Wenn alle so denken würden...vor allem wenn die Trainer sich selbst und ihre jeweils eigenen Leute in die richtige Richtung motivieren würden...dann...ja dann hätten wir beim Lehrgang in Weetzen "anbauen" müssen, um den Andrang der Massen in der Halle bewältigen zu können.

    Der verfügbare Platz in der relativ kleinen Sporthalle der "Regenbogenschule" in Weetzen, in der der Ausrichter SV Weetzen üblicherweise sein Training abhält, reichte allerdings für die tatsächliche Teilnehmerzahl aus.

    Die entsprach ungefähr der Anzahl der Vorjahresveranstaltung. Ehrlicherweise muss man sagen, dass der Lehrgang 2008 sicherlich noch um einiges anstrengender, abwechslungsreicher und vor allem "lustiger" gewesen ist als die Aktion an gleicher Stelle 2007.

    Einen gewissen Anteil daran hatte vermutlich die Auswahl der durchweg hochkarätigen Referenten:
    Peter Pabel (Boxen), Gilbert Kapkowski (Taekwondo und kleine Spiele), Dorothea Kapkowski (Kickbox-Gymnastik und Formen) und Karl Karberg (JuJutsu-Selbstverteidigung) zogen ihre jeweiligen Kurse mit souveräner Ruhe durch - und das in einem erwartungsgemäss ziemlich grossen Trubel, den vor allem die "Kinderfraktion" in der Sporthalle veranstaltete.

    Man konnte allenthalben nur über die Energie staunen, die von der Jugendriege entfaltet wurde. Von morgens bis spätnachmittags wurde durch den Saal getobt. 

    Die erste "Pause" war allerdings schon nach dem morgendlichen Warm-Up-Training sicherlich hochwillkommen, denn in der Sporthalle war schnell eine sommerliche Schwitztemperatur zu verzeichnen. Wir waren übrigens nahezu perfekt im Zeitplan, nachdem bis zur richtig langen Mittagspause erstmal ordentlich durchgepowert wurde. Dorothea "nationale" fast immer im Bundes-Outfit - passend zum bevorstehenden Fussball-EM-Finale zwischen Deutschland und Spanien, aber auf diese Story geht der Bericht später noch ausführlicher ein. 

    Wo das "leichte Anschwitzen" nun mehr Wirkung zeigte - ob bei den "Handcombos" der Akrobatik-Truppe oder beim Spezialkurs "halt mir die Pratze, mach ich mich fertig" von und mit Gilbert und Dorothea Kapkowski, war wohl Geschmackssache. 
    Beim "klassischen" Taekwondo konnte man diesmal nur ab mindestens 14 Jahre und ab Blaugurt dabei sein. Was dazu führte, dass hier eher die älteren Jugendlichen ab 40 Kilo oder 30 Jahre aufwärts ihre Chance hatten, den Kampf gegen den inneren Schweinehund...oder zumindestens Flüssigkeit zu verlieren. Wieder einmal auffallend, dass selbst Leute mit viel (Wettkampf- oder Trainings)Erfahrung oftmals grundlegende "Anfängerfehler", z. B. beim Training mit Handpratzen machen. Die Sache vervielfältigt sich, wenn es Trainer ihrem Nachwuchs zu Hause fortlaufend falsch vermitteln. 
    Gezieltes Training = Üben mit dem Ziel einer "Leistungssteigerung" mit Schlagpratzen oder auch mit dem Boxsack ist eine Wissenschaft für sich und erfordert eigentlich eine Art Aus- und Fortbildung der Ausführenden. Die kann bei einem Breitensportlehrgang nicht optimal geleistet werden.
    Allerdings ist allgemein zu sehen, dass die Bereitschaft der "Trainer" sich zu treffen und "dazuzulernen" sehr begrenzt ist. Ein Breitensportlehrgang ist das Mindeste, um einige Eindrücke und Anregungen aufzuschnappen, damit der Horizont erweitert werden kann.
    Ein sogenannter "Kinderflüsterer"  war verhältnismässig gut eingestellt auf die Zielgruppe Junioren, denn aus dem Vereinstraining kennt er das schon: Gürtelbinden, Hose hoch- oder runterziehen, vielleicht mal ein bisschen trösten, wenn´s nicht so geklappt hat und nebenbei muss man sich auch noch um das "blonde Gift" in der Truppe kümmern - passiert eben in so ziemlich jeder Altersstufe in diesem Sport, oder ?
    Organisatorisch hatte die Truppe SV Weetzen um ihren Cheftrainer Peter Pabel, 6.Dan, alles ziemlich im Griff.

    Ein relativ kleines 1-Tages-Event ist bei schönem Wetter in einer halbwegs geeigneten Sporthalle mit ein paar netten Helfern auch nicht unbedingt mit riesigem Stress verbunden.

    Trotz zeitweisem Nieselregen in Niedersachsen wurde draussen der Grill angeschmissen und Würstchen konnten permanent nachgeordert werden - soweit der Weetzener "Grillmatador" Denis Petrowsky anderen noch eins übriggelassen hat. 
    Im Vorjahr hatte er im Wurstvernichten irgendwie schon einen regionalen Rekord aufgestellt.
    Jedenfalls war es draussen vor der Halle auch recht lustig, wobei an dieser Stelle mal wieder ordentlich gegen "die Raucher" gehetzt werden darf.
    Die (viel zu vielen) Zigarettenfreaks im Dunstkreis der ETF haben manchmal eine Bombenkondition und sie spielen in der Halle bisweilen sogar richtige Sportler echt giftig an die Wand. 
    Aber leider ist die kommunikative Pafferei nicht unbedingt ein "Vorbild" für die Jugend - da sollten einige "Eltern" und vor allem die "Trainer" nachbessern und mit der Zeit gehen. 

    Mit jeder Schachtel draussen vor der Halle läuft sie nämlich schneller ab.

    Schade übrigens, dass der kleine Weetzener Thekenraum neben der Sporthalle (Jugendfeuerwehrhaus) von der Stadt demnächst zu einer "Seniorenbücherei" umgebaut werden soll.

    Für (kleine) Sportveranstaltungen ist dieses Domizil eigentlich unabdingbar, denn die "durchschnittliche" deutsche Turn- oder Sporthalle bietet üblicherweise wenig Raum für eine adäquate Veranstaltungs-"Cafete". Auch das Coachseminar in Weetzen fand in diesem Raum statt.

    Was in der (kleinen) Halle zeitweise für ein paar Probleme sorgte, war der "Lärmpegel".
    Leider waren die Kurse aber nicht anders organisierbar. Naturgemäss kamen sich beispielsweise die etwas ruhigeren traditionellen Formen mit der Action beim Länderspiel Deutschland-Spanien ins Gehege. 
    Einen Tag vor dem grossen Fußball-EM 2008-Finale in Wien hatten wir in Weetzen die Entscheidung auf eine andere Ebene vorverlegt. 
    Fussball war aus verschiedenen Gründen die falsche Sportart in dieser Halle, also entschied man sich für ein pusteträchtiges "Hallenhockey-Endspiel" mit 3 Dritteln und jeweils fliegendem Wechsel der Mannschaften im 1-Minuten-Takt.
    Zwei Teamleader waren von Schiedsrichter Gilbert Kapkowski schnell ausgemacht: Für Spanien fand sich eine Mannschaft zusammen und Deutschland hatte immerhin keinen Geringeren aufzubieten als die Hammerfaust Thomas Teige. 

    Die Teams der beiden waren deutlich jünger und spielerisch unerfahren, aber trotzdem war es bis zum Schluss ein Kampf auf Biegen und Brechen.

    Es kam, wie es kommen musste - Deutschland siegte nach 3 Runden denkbar knapp mit 16:15 Toren. Nur 1 Tor Unterschied - also fast genauso wie beim Fußball-Finale in Wien einen Tag später, nur eben leider umgekehrt.

    Man darf dazu anmerken, dass die spanischen Gegner in Weetzen massive und sehr farbige Unterstützung von der Tribüne erhielten. Deutschland musste ordentlich mit der Fahne dagegenhalten.

    In Folge sollte ein kurzes "Prominentenspiel" die Entscheidung bringen, aber das endete dann 4:4 unentschieden. Nahezu ein Cordoba.

    Die "Väter" bzw. die "Trainer" müssen wohl noch eine Weile üben, wenn sie die "Mütter" so richtig fertigmachen wollen. Vor allem müssen sie Tore schiessen und sich nicht selbst die Dinger reinhauen lassen. Hätte anders laufen können, aber die nächste Gelegenheit kommt bestimmt. 
     
    Die "Spaßfraktion" der Jugendriege hätte das Hockeyfinale wohl noch endlos ausgedehnt, aber es gab am Nachmittag noch andere Kurse, u. a. ein SV-Training mit Karl Karberg, 6.Dan Jiu Jitsu, 3.Dan Ju Jutsu, 2.Dan Karate und 1.Dan Judo.
    Ein Altmeister aus einer anderen Budorichtung als Taekwondo, der mit seinem Assistenten einige Einblicke in seine Techniken gab.
    .
    Wie schon ausgeführt, wurde der Zeitplan ziemlich gut eingehalten. Der Lehrgangstag endete mit nur ca. 1/2 Stunde "Verspätung", aber mit der Länge der Kaffeepause hatte man es auch nicht ganz so genau genommen.

    Bleibt nachzutragen, dass im Rahmen des Breitensportlehrganges 5 Sportler vom SV Weetzen eine erfolgreiche Kup-Prüfung absolvieren konnten.

    Lennard Bergmann, 14, Iris Bergmann, 12, Marnie Krack, 14, Svenja Riechert, 13 und Anabel Vater, 13 konnten sich über den nächsten Farbgurt freuen.

    Zum Dienstschluss und nach Aufräumen der Sporthalle wurden noch einige (kalte !) Biere und ein paar heisse Würstchen vertilgt.

    Die Verantwortlichen konnten zusammenfassend feststellen, dass auch dieser Breitensportlehrgang wirklich hervorragend gelaufen ist

    Die Verteilung von Teilnehmerurkunden und Passeinträge hielten den Betrieb nicht unnötig auf, denn die Dokumente wurden schon mittags gesammelt an die Trainer ausgehändigt.

    Siehe den Anfang dieses Veranstaltungsberichtes. Weiter so !!! ???

    Es wäre schön, wenn es überall so erfolgreich und harmonisch funktionieren würde wie bei den ETF-Lehrgängen 2008 (und 2007) in NRW und in Niedersachsen.
    Das Ziel war 2008, Lehrgänge in diesem Stil in mehrere Regionen zu tragen, damit die Teilnehmer der einzelnen Clubs möglichst nicht ganz so weit fahren müssen, um "Breitensport" und die ETF "live" zu erleben. Trotz insgesamt sehr gut gemachter Aktionen, einer tollen Stimmung, engagierter Referenten und Ausrichter, die sich grosse Mühe im Detail geben, kann nur von einem Teilerfolg gesprochen werden, denn viel zu viele Vereine und Trainer klinken sich dabei gar nicht ein. 

    Kurioserweise sogar dann nicht, wenn sie es einigermassen in Reichweite vor der eigenen Haustür geboten bekommen...

    Sicherlich hat der einzelne Club diverse "Organisationsprobleme" oder Transportschwierigkeiten bei der Gestaltung von Auswärtsaktivitäten, aber wenn man Sport ausschliesslich in der jeweils eigenen Clique zelebriert, dann fehlt auf Dauer eine ganze Menge. Zu diesem Thema ist auf den ETF-Webseiten schon viel und lange kommentiert worden - offensichtlich nutzt es bei der vorhandenen Interessenlage in diesem Sport nicht besonders viel.

    Oder die "Erwartungshaltung" ist einfach zu hoch gegriffen, denn über den eigenen Sportclub wird selten hinausgedacht.
    Vielleicht geht das Denken auch immer noch allzusehr in Richtung "kukkidings", denn manchen scheint kein Weg zum "Grossmeister" zu weit oder zu teuer zu sein, während alles andere weniger wert ist. 

    Tatsache: Wir werden solche Breitensportlehrgänge in Zukunft (nur) dort machen, wo (rechtzeitig) genug Interessierte zusammenkommen und es damit tatsächlich Sinn macht. Ohne sowas wie Begeisterung und Gemeinschaftssinn, aber auch "Planung" geht es nämlich effektiv nicht.

    Es ist schade, wenn einzelne Clubs in einzelnen Regionen darunter leiden, dass man sowas nicht für eine zu kleine Anzahl Teilnehmer aus zwei bis drei Vereinen organisieren kann, aber auch einige Referenten müssen quer durch Deutschland fahren, um vor Ort ihr Bestes zu geben.


    Startpage www.etftaekwondo.de