"Full
House in Weetzen" - Das war der ETF-Breitensportlehrgang 2008 in Niedersachsen
Wie war´s in Weetzen
2008 ???
Lassen wir einfach mal einen
Teilnehmer (und Trainer) sprechen, der einen Tag nach dem Event folgende
"positive" Anmerkungen per e-mail geschickt hatte:
ZITAT
...eine
Anmerkung zu dem gestrigen Breitensportlehrgang, ich bin zum erstenmal
auf einem ETF Lehrgang gewesen und bin auf Anhieb schwer begeistert.
Die
ganze Atmosphäre ist super gewesen und ich habe eine Menge nützliche
eindrücke gesammelt, vor allem finde ich die Arbeit mit den Kindern
mega schön die sind voll auf ihre kosten gekommen und wir natürlich
auch. Ich habe mich sehr wohl gefühlt, es war wie eine große
Familien Veranstaltung das hat die ETF den anderen Verbänden weit
vor, und das finde ich super--weiter so---...
ZITAT ENDE
Organisatoren und Trainer
des Breitensport-Lehrganges sind auch noch von anderen (Zuschauern) "gelobt"
worden - deswegen vorab ein paar Anmerkungen zum Thema ...Hätte...könnte...würde...
Wenn
alle so denken würden...vor allem wenn die Trainer sich selbst und
ihre jeweils eigenen Leute in die richtige Richtung motivieren würden...dann...ja
dann hätten wir beim Lehrgang in Weetzen "anbauen" müssen, um
den Andrang der Massen in der Halle bewältigen zu können.
|
Der verfügbare Platz
in der relativ kleinen Sporthalle der "Regenbogenschule" in Weetzen,
in der der Ausrichter SV Weetzen üblicherweise sein Training abhält,
reichte allerdings für die tatsächliche Teilnehmerzahl aus.
Die entsprach ungefähr
der Anzahl der Vorjahresveranstaltung. Ehrlicherweise muss man sagen, dass
der Lehrgang 2008 sicherlich noch um einiges anstrengender, abwechslungsreicher
und vor allem "lustiger" gewesen ist als die Aktion an gleicher Stelle
2007.
Einen gewissen Anteil daran
hatte vermutlich die Auswahl der durchweg hochkarätigen Referenten:
Peter
Pabel (Boxen), Gilbert Kapkowski
(Taekwondo und kleine Spiele), Dorothea Kapkowski
(Kickbox-Gymnastik
und Formen) und Karl Karberg (JuJutsu-Selbstverteidigung)
zogen ihre jeweiligen Kurse mit souveräner Ruhe durch - und das in
einem erwartungsgemäss ziemlich grossen Trubel, den vor allem die
"Kinderfraktion" in der Sporthalle veranstaltete.
Man konnte allenthalben nur
über die Energie staunen, die von der Jugendriege entfaltet wurde.
Von morgens bis spätnachmittags wurde durch den Saal getobt. |
Die erste "Pause" war allerdings
schon nach dem morgendlichen Warm-Up-Training sicherlich hochwillkommen,
denn in der Sporthalle war schnell eine sommerliche Schwitztemperatur zu
verzeichnen. Wir waren übrigens nahezu perfekt im Zeitplan, nachdem
bis zur richtig langen Mittagspause erstmal ordentlich durchgepowert
wurde. Dorothea "nationale" fast immer
im
Bundes-Outfit - passend zum bevorstehenden Fussball-EM-Finale zwischen
Deutschland und Spanien, aber auf diese Story geht der Bericht später
noch ausführlicher ein.
Wo das "leichte Anschwitzen"
nun mehr Wirkung zeigte - ob bei den "Handcombos" der Akrobatik-Truppe
oder beim Spezialkurs "halt mir die Pratze, mach ich mich fertig"
von und mit Gilbert und Dorothea Kapkowski, war wohl Geschmackssache.
Beim "klassischen" Taekwondo
konnte man diesmal nur ab mindestens 14 Jahre und ab Blaugurt dabei sein.
Was dazu führte, dass hier eher die älteren Jugendlichen
ab 40 Kilo oder 30 Jahre aufwärts ihre Chance hatten, den Kampf gegen
den inneren Schweinehund...oder zumindestens Flüssigkeit zu verlieren.
Wieder einmal auffallend, dass selbst Leute mit viel (Wettkampf- oder Trainings)Erfahrung
oftmals grundlegende "Anfängerfehler", z. B. beim Training
mit Handpratzen machen. Die Sache vervielfältigt sich, wenn es Trainer
ihrem Nachwuchs zu Hause fortlaufend falsch vermitteln.
Gezieltes Training = Üben
mit dem Ziel einer "Leistungssteigerung" mit Schlagpratzen oder auch
mit dem Boxsack ist eine Wissenschaft für sich und erfordert eigentlich
eine Art Aus- und Fortbildung der Ausführenden. Die kann bei einem
Breitensportlehrgang nicht optimal geleistet werden.
Allerdings ist allgemein
zu sehen, dass die Bereitschaft der "Trainer" sich zu treffen und "dazuzulernen"
sehr begrenzt ist. Ein Breitensportlehrgang ist das Mindeste, um einige
Eindrücke und Anregungen aufzuschnappen, damit der Horizont erweitert
werden kann.
Ein sogenannter "Kinderflüsterer"
war verhältnismässig gut eingestellt auf die Zielgruppe Junioren,
denn aus dem Vereinstraining kennt er das schon: Gürtelbinden, Hose
hoch- oder runterziehen, vielleicht mal ein bisschen trösten, wenn´s
nicht so geklappt hat und nebenbei muss man sich auch noch um das "blonde
Gift" in der Truppe kümmern - passiert eben in so ziemlich jeder
Altersstufe in diesem Sport, oder ?
|
Organisatorisch hatte die
Truppe SV Weetzen um ihren Cheftrainer Peter
Pabel, 6.Dan, alles ziemlich im Griff.
Ein relativ kleines 1-Tages-Event
ist bei schönem Wetter in einer halbwegs geeigneten Sporthalle mit
ein paar netten Helfern auch nicht unbedingt mit riesigem Stress verbunden.

|
Trotz zeitweisem Nieselregen
in Niedersachsen wurde draussen der Grill angeschmissen und Würstchen
konnten permanent nachgeordert werden - soweit der Weetzener "Grillmatador"
Denis
Petrowsky
anderen noch eins übriggelassen hat.
Im Vorjahr hatte er im Wurstvernichten
irgendwie schon einen regionalen Rekord aufgestellt.
Jedenfalls war es draussen vor
der Halle auch recht lustig, wobei an dieser Stelle mal wieder ordentlich
gegen "die Raucher" gehetzt werden darf.
Die (viel zu vielen) Zigarettenfreaks
im Dunstkreis der ETF haben manchmal eine Bombenkondition und sie
spielen in der Halle bisweilen sogar richtige Sportler echt giftig an die
Wand.
| Aber leider ist die kommunikative
Pafferei nicht unbedingt ein "Vorbild" für die Jugend - da sollten
einige "Eltern" und vor allem die "Trainer" nachbessern und mit der Zeit
gehen.
Mit jeder Schachtel draussen
vor der Halle läuft sie nämlich schneller ab.
Schade übrigens, dass
der kleine Weetzener Thekenraum neben der Sporthalle (Jugendfeuerwehrhaus)
von der Stadt demnächst zu einer "Seniorenbücherei" umgebaut
werden soll.
Für (kleine) Sportveranstaltungen
ist dieses Domizil eigentlich unabdingbar, denn die "durchschnittliche"
deutsche Turn- oder Sporthalle bietet üblicherweise wenig Raum für
eine adäquate Veranstaltungs-"Cafete". Auch das Coachseminar in Weetzen
fand in diesem Raum statt. |
|
Was in der (kleinen) Halle zeitweise
für ein paar Probleme sorgte, war der "Lärmpegel".
Leider waren die Kurse aber
nicht anders organisierbar. Naturgemäss kamen sich beispielsweise
die etwas ruhigeren traditionellen Formen mit der Action beim Länderspiel
Deutschland-Spanien ins Gehege.
Einen Tag vor dem
grossen Fußball-EM 2008-Finale in Wien hatten wir in Weetzen die
Entscheidung auf eine andere Ebene vorverlegt.
Fussball war aus verschiedenen
Gründen die falsche Sportart in dieser Halle, also entschied man sich
für ein pusteträchtiges "Hallenhockey-Endspiel" mit 3
Dritteln und jeweils fliegendem Wechsel der Mannschaften im 1-Minuten-Takt.
| Zwei Teamleader waren von
Schiedsrichter
Gilbert
Kapkowski schnell ausgemacht: Für Spanien fand sich
eine Mannschaft zusammen und Deutschland hatte immerhin keinen Geringeren
aufzubieten als die Hammerfaust Thomas Teige.
Die Teams der beiden waren
deutlich jünger und spielerisch unerfahren, aber trotzdem war es bis
zum Schluss ein Kampf auf Biegen und Brechen.
Es kam, wie es kommen musste
- Deutschland siegte nach 3 Runden denkbar knapp mit 16:15 Toren. Nur 1
Tor Unterschied - also fast genauso wie beim Fußball-Finale in Wien
einen Tag später, nur eben leider umgekehrt.
Man darf dazu anmerken, dass
die spanischen Gegner in Weetzen massive und sehr
farbige Unterstützung von der Tribüne erhielten. Deutschland
musste ordentlich mit der Fahne dagegenhalten.
In Folge sollte ein kurzes
"Prominentenspiel" die Entscheidung bringen, aber das endete dann
4:4 unentschieden. Nahezu ein Cordoba. |
|
Die "Väter" bzw. die "Trainer"
müssen wohl noch eine Weile üben, wenn sie die "Mütter"
so richtig fertigmachen wollen. Vor allem müssen sie Tore schiessen
und sich nicht selbst die Dinger reinhauen lassen. Hätte anders laufen
können, aber die nächste Gelegenheit kommt bestimmt.
Die "Spaßfraktion" der
Jugendriege hätte das Hockeyfinale wohl noch endlos ausgedehnt, aber
es gab am Nachmittag noch andere Kurse, u. a. ein SV-Training mit Karl
Karberg, 6.Dan Jiu Jitsu, 3.Dan Ju Jutsu, 2.Dan Karate und 1.Dan
Judo.
Ein Altmeister aus einer
anderen Budorichtung als Taekwondo, der mit seinem Assistenten einige Einblicke
in seine Techniken gab.
.
|
Wie schon ausgeführt,
wurde der Zeitplan ziemlich gut eingehalten. Der Lehrgangstag endete mit
nur ca. 1/2 Stunde "Verspätung", aber mit der Länge der Kaffeepause
hatte man es auch nicht ganz so genau genommen.
Bleibt nachzutragen, dass
im Rahmen des Breitensportlehrganges 5 Sportler vom SV Weetzen eine
erfolgreiche Kup-Prüfung absolvieren konnten.
Lennard
Bergmann, 14, Iris Bergmann,
12, Marnie Krack, 14, Svenja
Riechert, 13 und Anabel Vater,
13 konnten sich über den nächsten Farbgurt freuen.
Zum Dienstschluss und nach
Aufräumen der Sporthalle wurden noch einige (kalte !) Biere
und ein paar heisse Würstchen vertilgt.
Die Verantwortlichen konnten
zusammenfassend feststellen, dass auch dieser Breitensportlehrgang wirklich
hervorragend gelaufen ist |
Die Verteilung von Teilnehmerurkunden
und Passeinträge hielten den Betrieb nicht unnötig auf, denn
die Dokumente wurden schon mittags gesammelt an die Trainer ausgehändigt.
Siehe den Anfang dieses Veranstaltungsberichtes.
Weiter
so !!! ???
Es wäre schön,
wenn es überall so erfolgreich und harmonisch funktionieren würde
wie bei den ETF-Lehrgängen 2008 (und 2007) in NRW und in Niedersachsen.
Das Ziel war 2008, Lehrgänge
in diesem Stil in mehrere Regionen zu tragen, damit die Teilnehmer der
einzelnen Clubs möglichst nicht ganz so weit fahren müssen, um
"Breitensport"
und die ETF "live" zu erleben. Trotz insgesamt sehr gut gemachter Aktionen,
einer tollen Stimmung, engagierter Referenten und Ausrichter, die sich
grosse Mühe im Detail geben, kann nur von einem Teilerfolg gesprochen
werden, denn viel zu viele Vereine und Trainer klinken sich dabei gar nicht
ein.
Kurioserweise sogar dann
nicht, wenn sie es einigermassen in Reichweite vor der eigenen Haustür
geboten bekommen...
Sicherlich hat der einzelne
Club diverse "Organisationsprobleme" oder Transportschwierigkeiten bei
der Gestaltung von Auswärtsaktivitäten, aber wenn man
Sport ausschliesslich in der jeweils eigenen Clique zelebriert, dann fehlt
auf Dauer eine ganze Menge. Zu diesem Thema ist auf den ETF-Webseiten schon
viel und lange kommentiert worden - offensichtlich nutzt es bei der vorhandenen
Interessenlage in diesem Sport nicht besonders viel.
Oder die "Erwartungshaltung"
ist einfach zu hoch gegriffen, denn über den eigenen Sportclub wird
selten hinausgedacht.
Vielleicht geht das Denken
auch immer noch allzusehr in Richtung "kukkidings", denn manchen scheint
kein Weg zum "Grossmeister" zu weit oder zu teuer zu sein, während
alles andere weniger wert ist.
Tatsache: Wir werden solche
Breitensportlehrgänge in Zukunft (nur) dort machen, wo (rechtzeitig)
genug Interessierte zusammenkommen und es damit tatsächlich Sinn macht.
Ohne sowas wie Begeisterung und Gemeinschaftssinn, aber auch "Planung"
geht es nämlich effektiv nicht.
Es ist schade, wenn einzelne
Clubs in einzelnen Regionen darunter leiden, dass man sowas nicht für
eine zu kleine Anzahl Teilnehmer aus zwei bis drei Vereinen organisieren
kann, aber auch einige Referenten müssen quer durch Deutschland fahren,
um vor Ort ihr Bestes zu geben. |